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Mark Twain und Kaltenleutgeben bei Wien

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien, 23.03.2017, 18:16 Uhr
Presse-Ressort von: planet Bericht 4780x gelesen
Die Villa Paulhof
Die Villa Paulhof  Bild: Peter Markl

Wien [ENA] Ein Ausflug nach Kaltenleutgeben bei Wien im Wienerwaldgebiet ruft Erinnerungen an den berühmten Schriftsteller Mark Twain (eigentlich Samuel Longhorn Clemens) wach. Bekannt wurde er vor allem als Autor der Bücher von Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Twain kam 1891 von Hartford, Connecticut für einige Jahre nach Europa um mit Lesungen und neuen Werken seine Schulden abzuzahlen, die ihm nach einer Verlagsbeteiligung in den Ruin trieben. Außerdem war das Leben in Europa damals sehr billig für ihn. In Berlin, Lüneburg, Wien blieb er längere Zeit. In Wien wohnte er im "Hotel Metropol", dem späteren Gestapo-Hauptquartier und später im Hotel Krantz, dem heutigen Ambassador. Kaiser Franz Josef gewährte ihm sogar eine Privataudienz. Er kam mit dem Zug von Kaltenleutgeben nach Wien.

Über seine drei Besuche im Wiener Parlament (er war entsetzt über die Umgangsweise und Beflegelung der Abgeordneten untereinander, wo Zurufe wie „Besoffener Hanswurst. Bordellvater. Zuhälter. Partei der Ehrlosen…“ Raufereien der Abgeordneten, gezückte Messer und Polizeieinsätze zu diesen Zeiten an der Tagesordnung waren) berichtete er in einem Buch "Stirring Times in Austria", welches erst 100 Jahre später veröffentlicht wurde.

Um der Gesundheit Gutes zu tun, verbrachte er mit seiner Ehefrau Olivia und seinen Töchtern Clara und Jean den Sommer 1898 im international geschätzten (damaligen) Wasserkurort Kaltenleutgeben. Man wohnte in der Carlsgasse 3 in der Villa Paulhof, ging sehr viel spazieren und die Anwendungen wurden in der Kuranstalt Dr. Winternitz vollzogen. In Kaltenleutgeben begann er das Manuskript für "Der geheimnisvolle Fremde" zu schreiben.

Obgleich er über die wunderschöne Natur begeistert war, faszinierte ihn der Bau des Rathauses zu Ehren des 50-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josefs. Mark Twain fuhr mit Bekannten mit der Eisenbahn zum großen Festzug nach Wien und abends wieder zurück, nahm sein Schreibzeug und schilderte die Ereignisse in glühendsten Farben. Am 15. Oktober kehrte die Familie nach Wien zurück.

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