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Persien in Döbling-Ein Unikum in der Wiener Baulandschaft

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien Döbling, 24.03.2020, 19:09 Uhr
Presse-Ressort von: planet Bericht 4588x gelesen
Vor Karl Mayreder 1888 errichtet: Die Zacherlfabrik, sie erinnert im Baustil an eine Moschee
Vor Karl Mayreder 1888 errichtet: Die Zacherlfabrik, sie erinnert im Baustil an eine Moschee   Bild: Peter Markl

Wien Döbling [ENA] Ein Unikum in der Wiener Baulandschaft: Persien in Döbling und das Zacherl Imperium. Eine der interessantesten Gestalten und Geschichten der k. k. Monarchie war der österreichische Fabrikant und erfolgreiche Geschäftsmann Johann Zacherl und sein geheimnisvolles Insektizid.

Dieses Mittel namens „Zacherlin“, das er aus den Blättern einer aus Persien eingeführten Chrysanthemen-Art herstellte, erwies sich in der ganzen k.k. Monarchie als äußerst beliebt und notwendig. Die Form der Pflanze war auch formgebend für das an eine Moschee erinnernde Äußere der Fabrik in Wien, Döbling errichtet zwischen 1892 und 1894 nach dem Entwurf von Mayreder. Diesen orientalischen Stil hatte sich Zacherl bei seinem Aufenthalt in Tiflis von der dortigen Architektur abgeschaut. Da Zacherl bereits 1888 starb, erlebte er die Fertigstellung des Fabrikgebäudes nicht mehr. Sein wichtigstes Handelsgut „Zacherlin“ wurde von der Fabrik von Wien aus weiter in die ganze Welt geliefert, noch heute kann man es in Tiflis erwerben.

1903 ließ Johann Evangelist Zacherl vom slowenischen Architekten und Otto-Wagner-Schüler Josef Plecnik ein Wohn- und Geschäftsgebäude in der Wiener Innenstadt errichten. Originelles Merkmal des denkmalgeschützten Gebäudes, welches heute zu den bedeutendsten Bauten der Otto-Wagner-Schule zählt: Der Erzengel Michael (der Besieger der unreinen Geister) der auf das Insektenpulver verweist, mit dem die Familie Zacherl reich wurde und so lautete daher ein beliebtes Lied bei den von Ungeziefer Befallenen in allen Kronländern „Der rechte Mann, der helfen kann oder Zacherl und sein Pulver .. “

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