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Professor Rudolf Ullik: Gedenken zum 19. November 1900

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien, 21.11.2017, 16:51 Uhr
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Franz Fischler besichtigt bei City-Antik Werke von Rudolf Ullik
Franz Fischler besichtigt bei City-Antik Werke von Rudolf Ullik  Bild: Peter Markl

Wien [ENA] Rudolf Ullik (* 19. November 1900 in Wien; † 29. Juni 1996 ebenda) war ein bedeutender österreichischer Arzt und Maler. Er wurde weltweit bekannt durch hervorragende chirurgische Leistungen als Vorstand der Universitätsklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie am Allgemeinen Krankenhaus Wien.

Privat pflegte er als Hobby die Malkunst. Nach dem Studium unter Günther Baszel an der Akademie für Angewandte Kunst Wien besuchte er 10 Jahre die Sommerakademie von Oskar Kokoschka in Salzburg. Mit Kokoschka entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Ullik ist Ehrenmitglied der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs und erhielt zahlreiche Auszeichnungen (unter anderen das Österreichische Ehrenkreuz der 1. Klasse für Wissenschaft und Kunst, den Goldenen Lorbeer des Wiener Künstlerhauses).

Seine Werke wurden in Wien periodisch im Wiener Künstlerhaus ausgestellt, nebenbei gab es zahlreiche Kollektiv-Ausstellungen in ganz Europa, eine Ausstellung seiner Aquarellbilder und Acrylwerke in der Wiener Secession 1973 und 1980 wiederum im Wiener Künstlerhaus "Der Maler Rudolf Ullik mit Katalog". In Salzburg (1960) nahm er an einer Kollektivausstellung im Rupertinum teil. Im Ausland war Rudolf Ullik in Florenz, Buenos Aires, New York und Toulouse präsent. Rudolf Ullik war Autodidakt, verkehrte aber schon in seiner Jugend im Kreise berühmter Maler: Kokoschka und Schiele in Wien, Liebermann, Slevogt und Orlik in Berlin.

Das Schaffen dieser Künstler - insbesondere Kokoschkas und Schieles - ist nicht ohne Einfluss auf seine eigene Malweise geblieben. Er malte Landschaften, Porträts, Akte, expressionistische Metaphern. Sein Stil ist stark geprägt von den Einflüssen seines freundschaftlichen Lehrers Oskar Kokoschka, von Soutine, kurz von der expressionistischen Gegenständlichkeit des 20. Jahrhunderts. Vertraut mit allen Gebieten der modernen Psychologie, wandte sich Ullik als Maler den Problemen des Tiefen – und Unterbewussten zu und experimentierte auf streng wissenschaftlicher Basis frei mit Form und Farbe. Seine ursprünglich dem Figurativen verwandten Aussagen verdichteten sich in logischer Konsequenter Methode zu einem absolut abstrakten Stil.

Seine schulische Ausbildung erhielt Ullik im Internat des Wiener Schottenstifts und im Gymnasium des Kollegium Kalksburg. Sein Medizinstudium absolvierte er in Prag, Innsbruck und Wien, wo er 1925 zum Dr. med. promovierte. Er war an verschiedenen Kliniken tätig sowie Dozent, Universitätsprofessor und Vorstand der Klinik für Kieferchirurgie Wien. Er beschäftigte sich auch mit der Formenlehre von Zähnen. Eine Formvariante der unteren Eckzähnen ist nach ihm benannt, die Ullik’sche Konkavität. Nach der Emeritierung 1971 begann er ein zweites Studiums und wurde mit einer Arbeit über Das Ministerium für Öffentliche Arbeiten im Jahre 1848. Am 19.11.2017 feierte er seinen 117 Geburtstag.

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