Dienstag, 22.01.2019 14:47 Uhr

Ärztemangel in Österreich?

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 07.01.2019, 14:07 Uhr
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Wien [ENA] Die österreichische Ärztekammer hat die aktuelle Altersstatistik aller 18..287 niedergelassen Ärzte und Ärztinnen in Hinblick auf den Ärztemangel ausgewertet und in einer Pressekonferenz präsentiert. Damit soll gezeigt werden, wie die Situation heute ist und in welchem Umfang sie sich in den kommenden Jahren verschärfen wird und wie hoch der ärztliche Nachbesetzungsbedarf sein wird.

In den kommenden Jahren werden dramatische zahlenmäßige Einbrüche in der ärztlichen Gesundheitsvorsorge zu erwarten sein. Es ist aus heutiger Sicht aussichtslos diesen Bedarf auch nur annährend zu decken wenn nicht rasch gehandelt wird, resümiert die Ärztekammer. Weiter führt sie aus, dass wir heute in Österreich die höchste Alters - Konzentration bei der niedergelassenen Ärzteschaft haben und in 10 Jahren werden 48 Prozent das Pensionsalter erreicht haben. In 10 Jahren ist also die größte Gruppe der niedergelassenen Ärzte 70 Jahre alt und der Nachwuchs bleibt weit hinter den Notwendigkeiten zurück. Die Ärztekammer hat den jährlichen Nachbesetzungsbedarf mit 938 Ärzten und Ärztinnen errechnet.

Das dieser Bedarf nicht gedeckt werden kann hat mehrere Gründe. 2017 gab es an den öffentlichen Universitäten 1.665 Absolventen eines Medizinstudiums, Davon werden voraussichtlich nur 40 Prozent in Österreich als Ärzte arbeiten.Das geht sich aber nicht aus, weil rein rechnerisch alle Absolventen benötigt wären um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig wird der Ärztebedarf in Zukunft steigen, weil die Bevölkerung voraussichtlich wächst und älter wird. Ausserdem nicht zu übersehen sind die Probleme mit den GKK - Verträgen. Denn in 10 Jahren haben 55 Prozent aller Ärzte mit GKK - Vertrag das Pensionsalter erreicht und die Nachbesetzung ist noch nicht garantiert.

Diese Perspektive veranlasst die Ärztekammer ihre Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für die kassenärztliche Tätigkeit zu bekräftigen, damit sich junge Ärzte wieder für einen Kassenvertrag entscheiden. Nachdem die Bundesregierung gerade dabei ist eine "Kassenreform" vorzubereiten, kann man auch darüber nachdenken, ob in Österreich der Zukunft noch ein so gutes und für alle leistbares Gesundheitssystem möglich sein wird, wie es die Nachkriegsgeneration gewöhnt war. Vieles gerät hier aus den Fugen. Ouo Vadis Österreich?

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