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Emotionaler Abschied von der Steinkohle

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Bottrop, 22.12.2018, 13:40 Uhr
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Emotionaler Abschied von der Steinkohle in Bottrop
Emotionaler Abschied von der Steinkohle in Bottrop  Bild: nrw/r.sondermann

Bottrop [ENA] Schicht im Schacht für immer! Es gibt kein Untertage mehr! Reviersteiger Jürgen Jakubeit hat drei Tage vor Weihnachten mit Tränen in den Augen, dass letzte Stück Kohle aus 600 Meter Tiefe an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier übergeben. Im Namen aller Kumpels: "Glück Auf!"

Nordrhein-Westfalen und Deutschland hat Abschied vom Steinkohlenbergbau genommen: 200 Jahre aktive Arbeit "Untertage" fanden am Freitag, den 21. Dezember 2018, ihren endgültigen Abschluss. Auf der Schachtanlage "Prosper Haniel" in Bottrop wurde das letzte Stück Kohle zu Tage gefördert. Acht Bergleute hatten es aus der letzten in Deutschland noch fördernden Steinkohlenzeche nach oben gebracht und mit feuchten Augen an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier übergeben.

Über 500 Gäste und Ehrengäste - darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Jean-Claude Junker - Präsident der Europäischen Kommission nahmen gemeinsam Abschied von einer Branche, die Deutschland wie kaum ein anderer Industriezweig geprägt hat. Für das Ruhrgebiet bedeutet der Abschied von der Steinkohle als einen historischen Einschnitt.

Das Steiger-Lied wird nicht verstummen

Ministerpräsident Laschet, dessen Vater auch Bergmann war, betonte: ,,Die Steinkohle hat unser Land geprägt. Sie ist ein Teil unserer Identität. In Dankbarkeit, in Anerkennung, in Respekt verbeugen wir uns heute vor denen, die unser Land groß gemacht haben - vor den Bergleuten und ihren Familien. Das Steiger-Lied wird nicht verstummen. Wir werden es bei offiziellen Anlässen des Landes Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft spielen. Das verspreche ich heute im Namen aller Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Ein Abschied voller Emotionen

Nachdem Bergmann Jürgen Jakubeit das letzte Stück Kohle an den Bundespräsidenten übergeben hatte und der Ruhrkohle-Chor das Steiger-Lied anstimmte, blieb bei den Gästen kaum ein Auge trocken. Bei der in Mülheim an der Ruhr geborenen Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft liefen die Tränen in strömen. Von dieser Stelle rufe ich allen Kumpels die ihr Leben im "Pött" verloren haben oder aufs Spiel gesetzt haben, ein herzliches "GLÜCK AUF" zu.

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