Dienstag, 13.11.2018 02:37 Uhr

EU-Handelsabkommen - Wachstum und Beschäftigung

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 01.11.2018, 14:48 Uhr
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Brüssel - EU Berlaymont
Brüssel - EU Berlaymont  Bild: Gerhard Rippert

Brüssel [ENA] Der von der EU ausgehandelte bessere Zugang zu ausländischen Märkten kommt europäischen Unternehmen, Arbeitnehmern und Verbrauchern zugute. Demnach fördern EU-Handelsabkommen ebenso Wachstum wie Beschäftigung und tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.

Weltweit umfassen diese Handelsabkommen der Europäischen Union nahezu 70 Märkte. Der nun vorgelegte zweite Jahresbericht der EU-Kommission über die Umsetzung von Handelsabkommen macht deutlich, dass sich diese Vereinbarungen bei der Beseitigung von Handelshemmnissen und der Förderung hoher Schutzstandards in den Bereichen Arbeit und Umwelt als wirksam erwiesen haben. Jedoch könnten die europäischen Exporteure die Chancen, die ihnen die bestehenden Abkommen bieten, noch besser nutzen.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hebt hervor, dass sich der über Jahre hinweg kontinuierliche Ausbau des weltweit größten Netzes von Handelsabkommen auszahlt. Denn die Abkommen erleichtern der europäischen Wirtschaft weltweit Geschäfte zu tätigen und fördern so gleichzeitig die Beschäftigung in der EU. Die wachsende Zahl strategischer Abkommen eröffnet den europäischen Unternehmen neue Möglichkeiten und Wettbewerbsvorteile auf wichtigen Märkten. Zudem leisten sie einen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte und Arbeitnehmerrechte sowie der Umweltstandards. Für Malmström ist unerlässlich, die Strategie des Netzes von Handelsabkommen weiter voranzutreiben, damit Unternehmen deren Potential im vollen Umfang nutzen können.

Entwicklung des Handels in 2017

Der vorgelegte Bericht erfasst die Entwicklungen des Jahres 2017 und zeigt, dass der Handel im Rahmen der bestehenden EU-Handelsabkommen weiter zunimmt. So z.B. stiegen die Ausfuhren nach Südkorea im vergangenen Jahr um mehr als 12 %, nach Kolumbien um mehr als 10 %. Mit Inkrafttreten des umstrittenen Abkommens zwischen der EU und Kanada nahmen die EU-Ausfuhren ins Partnerland innerhalb von neun Monaten um 7 % deutlich zu. Von der Abschaffung der Zölle hat der Agrar- und Lebensmittelsektor der EU am stärksten profitiert. Tatsächlich ist ein starker Anstieg solcher Exporte nach Südamerika, wie etwa Ecuador (+34%) und Chile (+29%) zu verzeichnen, deutliche Zuwächse auch nach Serbien, in die Türkei oder nach Costa Rica.

Durch EU-Handelsabkommen konnten diverse regulatorische Handelshemmnisse abgebaut werden. So öffnete sich im letzten Jahr der mexikanische Markt für europäische Gesundheitsprodukte, wiederum der chilenische und peruanische Markt für einige Agrar- und Lebensmittel-Exporte. Hinsichtlich der EU-Standards und einer nachhaltigen Entwicklung haben z.B. Kanada und Mexiko aufgrund spezifischer Bestimmungen in Handelsabkommen mit der EU internationale Vereinbarungen zum Schutz von Arbeitnehmern ratifiziert.

Nutzung und Ausbau der EU-Handelsabkommen

Trotz dieser positiven Entwicklungen könnten die Unternehmen, insbesondere KMU, in der EU die Möglichkeiten der bestehenden Abkommen noch intensiver nutzen. Vor diesem Hintergrund sind einschlägige Initiativen zur Verbesserung von Online-Instrumenten zu sehen, wie etwa die Marktzugangsdatenbank und die Trade Helpdesk, sowie die Bereitstellung einer „ Schritt-für-Schritt-Anleitung“ für Unternehmen, die die Möglichkeiten der jüngsten EU-Handelsabkommen mit Kanada und Japan optimal ausschöpfen wollen.

In der strategischen Ausrichtung werden bereits bestehende Abkommen mit z.B. Südkorea, Kolumbien, Peru und Ecuador, sowie Zentralamerika und zuletzt Kanada in einer "zweiten Generation" auf neue Bereiche wie Rechte des geistigen Eigentums, Dienstleistung und nachhaltige Entwicklung ausgedehnt. Weiterhin sollen wirtschaftliche Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarländern im Rahmen umfassender Freihandelszonen (Deep and Comprehensive Free Trade Areas, DCFTA) vertieft werden. Nicht zuletzt gilt es für die EU in Wirtschaftsabkommen sich auf die Entwicklungsbedürfnisse der Regionen in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean zu konzentrieren.

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