Dienstag, 13.11.2018 02:37 Uhr

DAX – Verluste Oktober 2018

Verantwortlicher Autor: Joachim Scheuermann Frankfurt am Main, 07.11.2018, 09:49 Uhr
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Frankfurt am Main [ENA] Wer sich als Anleger nach Alternativen zum Sparbuch oder festverzinslichen Anleihen sucht, dem werden von Bankberatern regelmäßig Aktien sehr ans Herz gelegt, da diese, außer einer nicht garantierten Dividende, nach Lesart dieser Berater, „zumeist“ auch Kursgewinne verzeichnen würden. Dies ist mitnichten so der Fall, wie alle Aktienbesitzer im Oktober wieder vorgeführt bekamen.

Ein Beleg für diese Aussage ist, welche Unternehmen in Hinblick auf ihren Aktienkurs seit dem Indexhöchststand, welcher nicht zwangsläufig auch Aktienhöchststand gewesen sein muß, welche Verluste oder ggf. Gewinne bis zum 26.10. aufgewiesen haben. Von den 30 im Index notierten Aktien haben vier Unternehmen (Adidas, Deutsche Börse, Linde und WireCard) derzeit höhere Kurse erzielt. Diese reichen von knapp sechs Prozent Kursgewinn bei Adidas und Deutscher Börse bis zu 16 Prozent bei Linde und knapp 40 Prozent bei dem Neuling WireCard.

Die Unternehmen mit den geringsten Verlusten sind Beiersdorf (6,35), Telekom (5,96), Eon(8,44), Merck (6,06), Münchner Rück (6,72), RWE (1,41), SAP (3,21) und Vonovia mit (3,43%). Die drei Untenehmen mit den höchsten Verlusten von mehr als 40 Prozent sind Continental (47,24), Covestro (46,63) und Deutsche Bank (47,43%). Bayer (39,83 %) und Heidelberg Cement (39,86%) verfehlen diese Gruppe nur knapp. Die drei Unternehmen mit weniger als 20 Prozent Verlust Allianz (14,67), Fresenius (17,40) und Henkel (17,28).

Gibt es nun Verbindendes zwischen den Unternehmen innerhalb der verschiedenen Gruppen? Bei der ersten Gruppe, den Gewinnern gibt es keine Übereinstimmungen, da diese alle aus unterschiedlichen Branchen kommen. Adidas als Konsumgüterhersteller ist vielleicht derzeit weniger anfällig, da von einem weiter steigenden Konsum ausgegangen wird. Deutsche Börse profitiert von den zunehmenden Börsenumsätzen. Linde ist ein Fusions/Übernahmekandidat gewesen und hat auf diese Weise steigende Kurse hervorgerufen. WireCard vertritt ein neues Unternehmensmodell und sorgt auf diese Art und Weise für Interesse unter den Investoren

Die zweite Gruppe mit den geringsten Verlusten weist zwei Unternehmen auf, die zu den familiengeführten gehören, Merck und Beiersdorf und insofern weniger affin sind in Hinblick auf Kursverluste, falls die Wirtschaft sich insgesamt positiv entwickelt. Vonovia als Wohnungsunternehmen ist von der übrigen Wirtschaft abgekoppelt und SAP wird offenbar ein nachhaltigeres Wachstum als anderen Firmen zugrtraut.

Die fünf Unternehmen mit den größten Verlusten vereint, daß die Großanleger diesen kein größeres Wachstum mehr zutrauen. Continental als Automobilzulieferer auf das klassische Automobil ausgerichtet wird unterstellt, daß große Teile des Geschäftes bei Elektroautomobilen nicht mehr benötigt werden. Hierbei wird uU zu scharf über nru einen Kamm geschoren und nicht die Ausrichtung des Unternehmens in den einzelnen Geschäftsbereichen ausreichend gewürdigt.

Covestro als ehemalige Bayer-Tochter und auf Polymerwerkstoffe (Kunststoffe) spezialisert wird uU von den Aktivitäten der EU den Kunststoffverbrauch zu reduzieren mangelndes Umsatzwachstum zugetraut. Im Gegenzug wird vernachlässigt, daß gerade eine Reduktion der Massenkunststoffe nur mit spezialisierteren Polymerwerkstoffen möglich ist. Die Deutsche Bank hat immer noch mit den Auswirkungen der Finanzkrise von vor 10 Jahren zu kämpfen und angesichts der aktuellen Schwierigkeiten im Investmentbanking sowie eines riskanten Portfolios an Wertpapieren/Derivaten haben viele Anlager ihr Heil in einem Notverkauf gesucht.

Bayer wird durch die hausgemachten Schwierigkeiten mit der Übernahme von Monsanto noch ein Weile zu tun haben. Anleger wollen keine unklaren Verhältnisse und der größte Fehler des Chemieunternehmens ist der Irrglaube ein amerikanisches Unternehmen übernehmen und integrieren zu können. Der Vorstand von Bayer hätte bei H. Zetzsche (Daimler) besser vorher eine Nachhilfestunde genommen. Zu Heidelberger Cement befürchten die Anleger, daß die Bautätigkeit weltweit in den nächsten Jahren drastisch abnehmen wird.

Disclaimer: Der Autor ist zum Zeitpunkt des Artikels am 31.10.18 nicht in irgendwelchen Aktien, Optionsscheinen oder anderen Wertpapieren, die auf die beschriebenen Aktien ausgegeben werden engagiert. Dieser Beitrag ist ausschließlich die persönliche Meinung des Autors und stellt keine Aufforderung zum Erwerb von irgendwelchen Wertpapieren dar. Dies gilt auch für die stillschweigende Handlung des Lesers, der auf eigenes Risiko handelt. Eine Haftung für etwaige Handlungen aufgrund des vorstehenden Textes wird zurückgewiesen.

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